Konflikt

20 K

Konflikt

Vieles, was wir als Konflikt bezeichnen, sind Versuche, den Konflikt zu lösen, aber nicht der Konflikt selbst.S.W.

Einführung in das Element: Konflikt

Textauszug (KK 20-K 1)

Fragt man danach, was ein Konflikt ist, bekommt man dutzende Antworten.

Da werden Situationen beschrieben, bei dem niemand sagen würde, das sei kein Konflikt! Das wird was von Zusammenstoß (lat. confligere) gesprochen, um gleich danach was von Auseinanderdriften zu sprechen.

Auffällig ist in jedem Falle, dass Handlungen beschrieben werden, Verhaltensweisen, die in der Regel Versuche sind, Konflikte zu lösen, wenn auch auf untauglichem Wege. Was ist aber dann der Konflikt?

 

Zudem muss erstaunlicherweise festgestellt werden, dass das Konfliktverständnis einem enormen sozialen Wandel unterliegt. Nicht überall, und nicht überall gleich intensiv, aber dennoch merklich: Konflikte sind nicht mehr gleich Tod und Verderben, nicht mehr bloß Makel, sondern werden zunehmend mehr als Chancen und Möglichkeiten zur Veränderung begriffen.

Das ist erstaunlich und hat mit  der dritten wissenschaftlichen Revolution (Freud) zu tun sowie mit der dramatischen Abnahme von Gewalt seit der Frühen Neuzeit (Leseempfehlung: Steven Pinker, Gewalt): Die ursächlichen Dinge sind nicht mehr einfach erkennbar, sondern befinden sich unterhalb der Oberfläche, verborgen im Unbewussten oder gar im Unterbewussten – und wir brauchen einander, um sie zu entdecken und nutzbar zu machen.

Deshalb sind für uns heute Konflikte vor allem auch Anlass, uns selbst – dank der anderen – kennenzulernen. Diese Möglichkeit haben wir heutzutage und Mediation hilft uns dabei.

Unser Praxistipp

Multiperspektivität

Konflikte versteht man am besten mit einer Herangehensweise der Multiperspektivität.

Nicht mehr eine Definition und ein Begriffsverständnis, sondern viele. Das fördert die Kreativität im Umgang mit Konflikten.

Welche Perspektiven sind für Konflikte hilfreich?

Perspektiven auf Konflikte

1. Individuumsbezogene Perspektive: Konflikte erscheinen dann z.B. als Kämpfe um Routinen oder als illegitime Verstöße gegen anerkannte Regeln (Recht, Tradition etc.)
2. Beziehungsbezogene Perspektive: Versteht man das Soziale als Kette von Nachahmungen, erscheinen Konflikte als Konkurrenzverhältnisse um begrenzte Güter.
3. Konflikte können auch als Ausdruck gesellschaftlicher Ungleichheit und deshalb auch als Ausdruck struktureller Gewalt verstanden werden.
4. Systemtheoretische Perspektive: Konflikte sind hier Kommunikationssysteme, autopoetisch organisiert, so dass sie die Fortsetzung von Kommunikation - dank des 'Nein!' - ermöglichen. Konflikte sind nicht ihr Scheitern!

KARTEIKARTEN UND BLOGBEITRAG ZUM ELEMENT

Themengebiete des Elements (KK)

Die Themengebiete der Elemente werden durch Karteikarten erschlossen. Diese sind das Begleitmaterial der Aus- und Fortbildungsversanstaltungen von INKOVEMA.
 
Aktuelle Karteikarten zum Element
 

KK 20-K 1 Der Konfliktbegriff
KK 20-K 2 Konfliktperspektiven 1. Teil
KK 20-K-3 Konfliktperspektiven 2. Teil
KK 20-K 4 Abgrenzungen zum Konfliktbegriff
KK 20-K 5 Chancen von Konflikten

Blogbeitrag zum Elemet

Danke, Konflikt, dass es dich gibt, was würde ich sonst bloss tun?

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Wir freuen uns auf sie.
Ihr INKOVEMA-Team.

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