gefuehle

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Gefühle

Vieles, was Menschen für Gefühle halten, sind emotionale Reaktionen auf Denkfehler.Bernd Schmid

Einführung in das Element: Gefühle

Textauszug (KK 35-Su 1)

Emotionen und Gefühle sind neurobiologisch fundiert. Sie sind ein Meldesystem des Körpers.

Besonders Emotionen sind funktional Steuerungsprozesse des menschlichen Lebens und das erste „Meldesystem des Organismus“. Sie melden jegliche Veränderungen in der Umwelt, auch wenn Menschen das  nicht (immer) merken.

 

Emotionen, die Wahrnehmung der Emotionen sowie die Bewusstwerdung dieser Prozesse stellen ein funktionales Kontinuum dar und begründen eine Bewertungskette des Organismus „Menschen“, die bedürfnis- und interessenorientiert ist.

Deshalb sind die Emotionen und die dadurch ausgelösten Gefühle Grundlage für spezifische und individuelle Denk-, Planungs- und Entscheidungsprozesse. Diese Funktion ist nicht abschaltbar. Wir entscheiden stets emotional fundiert. Das hat Bedeutung für das Konflikt- und Verhandlungsmanagement im Rahmen der Mediation. Denn Mediator_innen formulieren nicht nur Positionen, sondern auch Vorwürfe und „Emotionen“ in Wünsche und Bedürfnisse um. (Hier hilft vor allem die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg.)

 

Aus der Perspektive der Umwelt lassen sich Emotionen und Gefühle als Kontakt- und Kommunikationsmittel des Organismus verstehen, die darüber hinaus auch – vermittelt durch die Herstellung von Oxytocin und endogene Opioide etc. – Bindungsverhalten verursachen.

Unser Praxistipp

Damasios Konzeption

Der portugiesische Neurobiologe Antonio Damasio, bekannt für seine Arbeiten zur Erforschung des Bewusstseins, unterscheidet Emotionen, Gefühle und Bewusstheit.

Wie lässt sich das (vereinfacht) umschreiben?

Emotionen - Gefühle - Bewusstheit

1. Emotionen sind die unwillkürliche Herstellung einer Beziehung zu einem Objekt, die Aspekte der eigenen Körperlichkeit verändert (E-motion = Herausbewegung). Sie ist eine musterhafte, biochemische und neuronale Reaktion des Organismus auf seine Umwelt. Emotionen haben alle Lebewesen. Sie sind ein fortwährender, nicht abstellbarer Prozess der Beziehungsgestaltung: Wir können nicht nicht emotional sein.
2. Fühlen ist das Wahrnehmen des emotionalen Vorgangs. Fühlen ist also ein aktiver, gehirnbezogener Vorgang des Spürens von (neuronalen!) Veränderungen. Der Rückkopplungseffekt von Gehirn und Körper zeigt, dass Fühlen kein passiver Vorgang ist. Geschieht Einiges dabei auch unbewusst, so doch nicht ohne Einflussmöglichkeiten. Fühlen ist ein mentaler Prozess. Im Kopf wird gefühlt, was sich im Körper bewegt - was wiederum Rückwirkungen auf den Körper hat.
3. Bewusstsein in diesem Zusammenhang ist das Wahrnehmen des Wahrnehmens von Emotionen, die Reflexion über das Gefühlte.

KARTEIKARTEN UND BLOGBEITRAG ZUM ELEMENT

Themengebiete des Elements (KK)

Die Themengebiete der Elemente werden durch Karteikarten erschlossen. Diese sind das Begleitmaterial der Aus- und Fortbildungsversanstaltungen von INKOVEMA.
 
Aktuelle Karteikarten zum Element
 

KK 47-G 1 Grundlagen und Funktionen
KK 47-G 2 Die vier Grundgefühle
KK 47-G 3 Soziale, Komplexe und Denkgefühle
KK 47-G 4 Verfühlungen (Ü)

KK 47-G 15 Ersatzgefühle
KK 47-G 15Ü Mein Rabattmarkenheft

Blogbeitrag zum Element

Weshalb es ohne Gefühle einfach nicht geht

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